Feierabend
Feierabend.
Oh Wunder – kein Gewitter.
Keine Sturzbäche vom Himmel.
Trocken und ein Hauch von Sonne gar.
Frohlocket. Juchee!
Feierabend.
Oh Wunder – kein Gewitter.
Keine Sturzbäche vom Himmel.
Trocken und ein Hauch von Sonne gar.
Frohlocket. Juchee!
Mir schwirren gerade ein paar Gedanken zu dem wirtschaftlichen Wandel, den das Internet so ermöglicht und in dem wir gerade mitten drin stecken durch den Kopf. Ich schreibe mit Bedacht ermöglicht und nicht verursacht. Letztlich haben ja die Kunden das (Geld)Zepter in der Hand und weisen die Richtung. Nichtsdestotrotz findet dieser Wandel in mehreren Phasen statt und jedes Mal werden die Betroffenen irgendwie kalt erwischt.
Phase I: Immaterialgüter und die Aufmerksamkeitsökonomie
Die ersten Branchen, die seit ein paar Jahren mitten im Hurrican der Veränderungen hin- und hergeworfen wurden (mein Gott, schreibe ich heute schwülstig…) sind Medienunternehmen und jede Form von vermittelnden Berufen. Plattenfirmen mussten unter Schmerzen verstehen, dass sie nicht Schallplatten, sondern den Zugang zu Musik verkauften während einige Zeitungsverleger zum Teil immer noch glauben, dass sie Papierwarenhändler sind. Makler sind im Zeitalter von Immoscout und co. eigentlich ebenfalls überflüssig geworden. Das hat sehr viele kalt erwischt. Dabei ist die Einsicht, dass Immaterialgüter perfekt über das Internet zu vertreiben sind, vergleichsweise trivial. Da die Kosten und Einstiegshürden minimal sind, ergibt sich daraus zwangsläufig ein knallharter Verdrängungswettbewerb.
Phase II: Weg mit den Katalogen
Die nächste Branche, die es gerade heftig durcheinanderwirbelt sind Versandhändler. Quelle ist bereits Geschichte, Neckermann möglicherweise auch und selbst der Gigant Otto kommt schon etwas ins Stolpern. Das ist einerseits wenig überraschend, weil aus Kundesicht onlineshops auch “irgendwie sowas ähnliches wie Kataloge” sind und man sich deshalb gar nicht gross umgewöhnen muss. Aus Händlersicht ist der Markt aber hammerhart und da passen die traditionellen Herangehensweisen der Versandhändler nicht. Anstatt gemütlich in Jahreskatalogen zu blättern, werden mindestens tagesaktuelle Angebote verglichen. Das erfordert ein vollkommen anderes Ansprechen der Zielgruppen, extrem hohe Ansprüche an Logistik und Service bei minimalen Margen.
Phase III: Der stationäre Handel
Seit kurzem bekommt auch der traditionelle Handel immer mehr Schwierigkeiten. Görtz hat gerade beschlossen, 30 Schuhgeschäfte zu schliessen und ob das die letzten waren, sei mal dahingestellt. Immer mehr Handelsvolumen wandert ins Internet zu Onlinehändlern. Und das sind im Gegensatz zu den meisten stationären Händlern nicht unbedingt Deutsche Unternehmen, wie Amazon, Asos und Konsorten zeigen.
Bei Veränderungen, die so gross sind, dass sie die komplette Immobilienbranche auf den Kopf stellen, wird es selbst hartgesottenen eCommerce Profis etwas Flau im Magen. Einige Kommentare auf der Branchenplattform Exciting Commerce warnen vor verödeten Innenstädten, in denen man nicht mehr flanieren mag.
Phase IV: Der Tod der City und die Ödnis des Netzes
Als alter Stadtplaner sage ich: Das ist allerdings ein Trend, den man schon recht lange beobachten kann. Möbelgeschäfte sind schon in den 70er Jahren an den Stadtrand gezogen. Kinos verschwanden, als sich alle in den 80ern einen Videorekorder ins Wohnzimmer stellten. Büroartikel und Schreibwaren? Wir haben doch seit den 90ern alle PCs. Heimelektronik wird entweder im Gewerbegebiet oder bei Amazon gekauft. Schallplatten und DVD? Wird alles über das Netz gestreamt. Bücherläden? Naja, noch gibt es ein paar…
Seien wir ehrlich: In den Innenstädten gibt es schon seit längerem eigentlich nur noch Schuhgeschäfte, Klamottenläden und Imbissbuden. Wie lange sich der Pizzastand aber noch halten kann, wenn auch Bekleidung aus der Stadt verschwunden ist? Tja…
Alles virtuell – und nun?
Im Internet ist aber auch nicht alles eitel Sonnenschein. Der Wettbewerb ist gnadenlos, weil niemand einen Standortvorteil hat. Alle sind nur einen Klick vom Kunden entfernt – jedefalls theoretisch. In letzter Konsequenz wird es nur drei Typen von Händlern geben:
Aus die Maus. Ziemlich trübe Aussichten.
Allein – mir fehlt der Glaube. Wo ist das schlendern? Wo die Haptik? Wo lässt man sich inspirieren? Irgendwo da draussen liegen noch ganz neue Handelskonzepte. Im Real-Life. Und sie warten auf den richtigen Zeitpunkt!
Früher bin ich sehr gerne Achterbahn gefahren. Irgendwann habe ich damit aufgehört. Jetzt bin ich über einige Videos gestolpert. Ich weiss nicht recht, was ich für wahnsinniger halten soll: Eine Riesenachterbahn, eine bei der sich die Wagen um die Querachse dreht oder eine selbstgebaute(!) auf dem eigenen Grundstück.
Apollo’s Chariot (Bush Gardenss, Williamsburg)
Green Latern (Six Flags, Magic Mountain)
Blue Flash
Im Zweifelsfall würede ich mich in Apollo’s Chariot trauen. Die ist ‘nur’ sehr hoch und schnell, aber vergleichsweise konventionell.
Der neue Opel Interimschef Girsky sprach von harten Einschnitten und einer notwendigen neuen Strategie.
Sorry guy – that’s complete bullshit!
Der Fisch stinkt vom Kopf – und zwar schon ziemlich lange. Alle drei Wochen eine neue Strategie, heisst gar keine Strategie zu haben. Opel hat seit Jahren eigentlich nur ein einziges Problem, und das sitzt in Detroit.
Die Marke darf in Europa nicht eigenverantwortlich agieren, was das Absatzpotential begrenzt. Alle 5 Jahre macht sich zudem irgendein zweitklassiger Amerikanischer Manager daran “jetzt endlich mal Kosten zu sparen” und vergrätzt mit den dabei herauskommenden Klapperkisten hunderttausende Kunden. Danach braucht man dann eine extrem teure Qualitätsoffensive und gerade wenn sich herumgesprochen hat, dass Opel sein Qualitätsproblem im Griff hat, geht der Scheiss wieder von vorne los.
Wer seiner Belegschaft darüberhinaus kontinuierlich zu verstehen gibt, dass er sie für beliebige Manöveriermasse hält, sollte sich nicht wundern, wenn die Marke als zweitklassig wahrgenommen wird.
Bei mir als potentiellem Kunden kommt seit Jahren nur folgende Markenbotschaft an: Auf die Firma Opel kann man sich einfach nicht verlassen.
Deshalb ziehe ich niemals den Kauf eines Fahrzeugs von Euch in Betracht. Tut mir leid, für die Leute, die dort arbeiten. Hoffentlich findet Ihr Beschäftigung in einem besser geführten Unternehmen.
Gerade gefunden: “I’ve been on the Internet since the BBS days…”
Irgendwie erkenne ich mich wieder.
So müssen sich die Cowboys um das Jahr 1900 herum gefühlt haben…
Am diesjährigen US-Nationalfeiertag ist es in San Diego offensichtlich zu einem kleinen Versehen gekommen: Das grosse Feuerwerk im Hafen wurde auf einmal gezündet. Anstatt geplanter 20 Minuten hate es ca. 10 Sekunden gedauert. Finde ich irgendwie lustig. “Are you excited?” Fragt der Filmende sein kleine Tochter…
Hier ist ein kleiner Artikel in der L.A. Times dazu.
Ich habe in meinem Blog nie über die Firmen geschrieben, für die ich gearbeitet habe. Heute mache ich mal eine wohlbegründete Ausnahme.
In dieser Woche dreht sich in Berlin alles um Mode. Mein Arbeitgeber organisierte im Rahmen der Bread&Butter auch eine Veranstaltung – also auf nach Berlin mit der ganzen Firma.
Bereits bei der Anreise bemerkte ich, dass die Berichterstattung im Radio voll davon war, welches Label gerade Aktionen macht und wo Parties gefeiert werden. Man muss in dieser Stadt schon richtig etwas auffahren, um wahrgenommen zu werden.
Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass das der CBR Fashion Group gelungen ist.
Es wurde das komplette Palais am Funkturm gemietet, um den Partnern (also hauptsächlich den Einzelhändlern, die unsere Marken vertreiben) die neue Ausrichtung der Marken Street One und Cecil zu präsentieren – neues Branding, die Richtung der zukünftigen Kollektionen, welche Kundinnen adressiert werden, wie der neue Ladenbau aussieht und so weiter.
Das Ganze wurde von einem sehr beeindruckenden Rahmenprogramm für die ca. 3000 Gäste begleitet: Der Ort ist genial, die Büffets waren super, die Präsentationen überzeugend.
Nach den Präsentationen der Marken traten tatsächlich Duran Duran auf und gaben alle ihre Hits und auch viele weniger bekannte Stücke zum Besten. Ich hätte nie gedacht, diese Recken noch mal live zu sehen. Das Publikum kam bei Songs wie “The Reflex” und “Wild Boys” auch gut in Stimmung und sang mit. Bei der anschliessenden Party legte Fritz Kalkbrenner auf und hielt mich und viele meiner Kollegen bis spät in die Nacht auf der Tanzfläche.
Ich bin eigentlich als alter Grantler nicht so leicht zu beeindrucken, aber – WOW!
Gestern ein intellektuelles und heute ein traditionsbewusstes, bodenständiges Programm. Nach ca. 30 Jahren habe ich mir mal wieder erlaubt, dem hannoverschen Schützenausmarsch beizuwohnen und dabei drei mir nahestehenden Personen (P., N. und I.) aus anderen Gefilden die hiesigen Rituale nahezubringen.
Es dauert immerhin gut vier Stunden, bis die ca. 10.000 Teilnehmer den Ausmarsch auf dem Schützenplatz beenden und zusammen mit den Publikum, das diverse -zigtausend Personen umfasst, den Bierzelten, Fahrgeschäften und Bratwurstbuden die Kassen klingeln lassen. Das Wetter war sehr freundlich. Sonnig und nicht zu heiss. Natürlich gab ich als geborener Hannoveraner meiner Begleitung auch einen kleinen Exkurs in die Kunst des Lüttje-Lage-Trinkens.
Am Samstag bin ich mit meiner Süssen nach Kassel gefahren um die Documenta anzusehen. Das Wetter war schwül bei bis zu 28 Grad und wir haben uns auf den Kernbereich beschränkt. An einem einzigen Tag ist das Programm auch kaum zu schaffen, wenn man nicht einfach nur durch die Ausstellungen durchrast. Eines vorweg: Ich werde aus Gründen des Urhebberechts kein Foto eines Kunstwerkes zeigen. Aber ein paar Bilder um die Atmosphäre zu verdeutlichen, dürfen es dann doch sein.
Unsere Tour begann mit dem Erwerb der Eintrittskarten am Bahnhof und führte uns gleich durch die Nord- und die Südhalle. Mein Eindruck nach den ersten paar Werken war, dass die Kunst hier nur im Dunklen gezeigt wird, was sich im weiteren Verlauf jedoch nicht ganz bestätigt hat. In der Nordhalle hinterliess die Installation von William Kentridge Eindruck auf mich. In der Mitte steht eine hölzerne Maschinenskulptur, die unablässig in Bewegung ist, während auf die Wänden ringsherum Filme projeziert werden, die sich kritisch mit Wissenschaft und technischem Fortschritt auseinandersetzen, wobei die Darstellung zwischen Lehrfilm und 20er Jahre Slapstick pendelt. Das Ganze wird von einem beachtenswerten Soundtrack begleitet. Wir haben uns zwar nicht die vollen 24 Minuten gegeben, aber dennoch wesentlich mehr Zeit dort verbracht, als bei allen anderen Videoarbeiten.
Beim Betreten des Fridericianums lernte ich schnell, dass Minimalismus noch minimalistischer sein kann, als ich dachte. Der riesige Raum zur Linken war nämlich leer, aber dafür aussergewöhnlich zugig. Genau darin bestand letztlich auch das Werk von Ryan Gander – Indoor Wind sozusagen. Aha!
Derart sensibilisiert, fängt man natürlich auch an, dort Kunst zu sehen, wo überhaupt keine Kunst beabsichtigt war. Oder…? ;-)
Auf dem Weg hinab in die Karlsaue vorbei an Ottoneum und Stadttheater schauten wir in die Documenta Halle. Dort sprachen mich die technischen Installationen von Thomas Bayrle an: Verschiedene aufgeschnittene Verbrennungsmotoren (u.a. 2 Zylinder Boxer aus der Ente, 4 Zylinder Boxer aus einem Porsche, und ein 9 Zylinder Sternmotor aus einem Flugzeug), die sich abwechselnd bewegten. Dazu war jeweils der originale Sound zu hören.
In der Karlsaue waren viele Werke irgendwo unter den Bäumen versteckt. Oftmals in kleinen Holzhütten. Uns zog es jedoch recht schnell wieder bergauf in die Neue Galerie. Hier beeindruckte das bestimmt 20m lange Werk von Geoffrey Farmer das aus abertausenden ausgeschnittenen Papierschnipseln aus US-Werbeanzeigen der 60er Jahre bestand, die auf Holzstöckchen geklebt wurden. Im Untergeschoss wurde in einer Doppelprojektion ein Marionettenstück über die Kreuzzüge im Mittelalter gezeigt. Nur auf den ersten, flüchtigen Blick Augsburger Puppenkiste.
Überhaupt Kunst und Politik: Politische Aussagen sind auf der Documenta durchaus vorhanden, halten sich aber insgesamt doch eher zurück.
Mein persönliches Fazit: Das Niveau der gezeigten Arbeiten ist recht hoch. Wesentlich höher, als das Meiste, was ich neulich in Hannover bei “Made in Germany zwei” gesehen habe. Dennoch blieben mir höchstens 4-5 Werke in Erinnerung. Vielleicht kann man aber auch nach einer solchen “Druckbetankung” einfach nicht mehr erwarten.
Blöde Überschrift – ich weiss. Aber wie soll man mit wenigen Worte Dinge zusammenbringen, die nichts miteinander zu tun haben, ausser dem heutigen Tag?
Vor kurzem habe ich festgestellt und ausgesprochen, dass unser Büro voller IT Fuzzis einen erschreckenden Mangel an den sonst üblichen Gadgets und ironischen Anspielungen aufweist. Eigentlich ist bei uns gar nichts zu finden. Immerhin war mir selbst in der IT Abteilung einer Bank, in der ich gearbeitet hatte ein USB Raketenwerfer und ein ‘Panic’-Button installiert.
Das nahm ein Mitarbeiter zum Anlass, sein Haustier mitzubringen – ein kleiner Dinosaurier, der durch die Flure läuft, und sich lauthals beschwert, wenn er nicht genug gestreichelt wird. Wie man an dem folgenden Foto sehen kann, übernahmen aber charmante Mitarbeiterinnen gerne diese Aufgabe ;-)
Nach Feierabend war endlich auch mal das Wetter gnädig, so dass ich mich nochmal kurz auf das Fahrrad schwang um am Maschsee entlang bis zum Schützenplatz zu radeln.
In ein paar Tagen beginnt in Hannover nämlich das Schützenfest und ich wollte mich mal sehen, wie weit die Vorbereitungen gediehen sind. Wer bei “Schützenfest” an einen Dorfrummel denkt, verschätzt sich vermutlich etwas in der Grösse. Das ist hier einer DER gesellschaflichen Events des Jahres in der gesamten Region und wird bereits seit 1529 abgehalten. Die Bierzelte haben Ausmasse wie beim Münchner Oktoberfest und der Schützenmarsch am Sonntag ist mit seinen ca. 10.000 Teilnehmern länger als der Rosenmontagsumzug in Köln. Der Aufbau ist schon gut vorangeschritten und das Fest kann kommen…