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Helsinki – Architektur

Finnland hat viel Platz. Auf der Fläche von Deutschland leben gerade mal 5 Mio Menschen. Also baut man auch recht aufgelockert mit viel Grün zwischen den Häusern, was sehr angenehm ist. Architektonisch bleibt es aber meist eher schlicht. Plattenbauten sind z.B. noch immer recht beliebt.

Helsinki hebt sich als Hauptstadt natürlich ab. Die Bebauungsdichte ist in der Innenstadt recht hoch, aber Hochhäuser gibt es Gottseidank nicht. Die Stadt ist architektonisch interessant. Es gibt viele Bauten, die irgendwo zwischen Jugendstil und Art Deco anzusiedeln sind, wie zum Beispiel der geniale Hauptbahnhof. Aus jüngerer Zeit sind viele gelungene Beispiele für den Funktionalismus, wie z.B. die Finlandia Halle von Alvar Aalto und Vertreter des modernen, internationalen Stils zu finden.

Einige – wie ich finde – interessante Details zum Verkehrswesen:

Helsinki hat 1050Km Strassen – aber 1200 Km Radwege, von denen viele separat durch Grünflächen führen.

Es gibt nur eine U-Bahn-Strecke durch die Innenstadt – aber die liegt 30m tief im Granitfelsen und die Stationen sind riesige Höhlen. Man kann sogar sehen, dass der Fels nur mit etwas Spritzbeton gesichert wurde.

Der Flughafen Helsinki hat pro Jahr dreimal so viele Passagiere, wie das Land Einwohner hat – nämlich 15 Millionen.

Damit ich den werten Leser nicht nur mit drögem Text- und Zahlenmaterial langweile, hier noch ein paar Impressionen:

U-Bahn Station

U-Bahn Station

Eingangshalle Hauptbahnhof

Eingangshalle Hauptbahnhof

Schalterhalle Hauptbahnhof

Schalterhalle Hauptbahnhof

City im Regen

City im Regen

Parlament

Parlament

Kiasma (Kunstmuseum)

Kiasma (Kunstmuseum)

Musiikkitalo (Philharmonie)

Musiikkitalo (Philharmonie)

Finlandia Halle (Kongresszentrum)

Finlandia Halle (Kongresszentrum)

Schöne Backsteinarchitektur

Schöne Backsteinarchitektur

Häufiger Baustil

Baustil - Nationalromantik? Burgenstil? Jedenfalls häufig zu finden

Suomenlinna

Heute wieder perfektes Sightseeingwetter. Sonne, fast wolkenfreier Himmel, 20 Grad. In der Sonne und im Windschatten T-Shirt, Im Schatten und im Wind eine leichte Jacke. Das heutige Ziel: Suomenlinna, eine Festung auf vier miteinander verbundenen Inseln vor Helsinki.

Angenehm: Da die Festung als Stadtteil von Helsinki gilt (hier wohnen immerhin 800 Menschen), kann man die Fähre, die ca. alle halbe Stunde fährt, zum normalen Nahverkehrtarif nutzen. Die Fahrt dauert eine gute Viertelstunde.

Man sollte für den Besuch mindestens einen halben Tag einplanen und falls man vorhat, die verschiedenen Museen der Inseln abzuklappern besser den ganzen Tag. Die Anlage ist absolut sehenwert. Alle paar Meter ergibt sich ein neues, spannendes Motiv. Ich hatte extra deshalb meine gute Kamera mitgenommen, hundert tolle Szenen fotografiert – und alle Bilder verhunzt, weil ich einen falschen Farbabgleich gemacht hatte.

?’§%#!!! Hrrrgttnchml…

Einige Bilder kann ich dennoch zeigen – Handy sei dank!

Typische Mini-Insel vor Helsinki

Typische Mini-Insel vor Helsinki auf dem Weg nach Suomenlinna

Blick hinüber nach Helsinki

Blick von der Anlegestelle hinüber nach Helsinki

Festungsanlage

Festungsanlage

Keine Hobbithöhlen, sondern Munitionslager

Keine Hobbithöhlen, sondern Munitionslager

Festung von innen

Festung von innen

Bucht von Helsinki

Bucht von Helsinki

Die Anlage war bis 1973 militärisch genutzt und ist nun als UNESCO Weltkulturerbe ein geschichtlich interessanter  Touristenmagnet. Neben den eindeutig militärischen Bauten, wie Kasematten, Munitionslagern, einem Trockendock, Mörserstellungen und Kasernen, gibt es nämlich auch malerische und verträumte Ecken. Ich habe – wie auch schon im Presidio in San Francisco – darüber den Kopf geschüttelt, wie einer der schönsten und markantesten Flecken der Stadt jahrhundertelang dem Militär vorbehalten sein konnte. Gut, dass das nicht mehr so ist.

Helsinki – erster Eindruck

Heute war ich zum ersten Mal in Helsinki. Gestern hatte ich die Stadt bereits von oben beim Landeanflug gesehen und sie sah toll aus. Die zerklüftete Küste mit den vielen vorgelagerten Inseln, das viele Grün. Das machte Lust, sich das alles genauer anzusehen. Also fuhr ich heute Vormittag in die Stadt – was mit dem Regionalzug sehr schnell und  bequem ist.

Der Bahnhof ist schönstes finnisches Art-Deco und schon mal ein schöner, erster Eindruck. Ich hatte mir noch keine konkreten Ziele ausgesucht, sondern erst mal die Stadt auf mich wirken lassen. Das Wetter war sehr freundlich: 20 Grad, Sonne und eine leichte Brise von der See, was dann auch die hohe Luftfeuchtigkeit erklärt. Insgesamt eher T-Shirt Wetter, was das herumschlendern sehr angenehm gemacht hat. Die Innenstadt ist recht quirlig, aber dennoch entspannt. Die Architektur finde ich toll. Unaufgeregt aber mit hochwertigen Details. Es gibt viele schöne Häuser, aber keines drängelt sich laut vor oder überragt die anderen. Die Bebauung ist recht dicht, aber alle paar Häuserblöcke kommt entweder ein Grünfläche oder man steht wieder irgendwo am Wasser. Ich habe tonnenweise schöne Bilder geschossen. Hier sind mal ein paar Eindrücke:

Kathedrale

Dom

Platz vor der Kathedrale

Platz vor dem Dom

Schöne Häuser an der Esplanadin Puisto

Schöne Häuser und entspanntes Bummeln an der Esplanadin Puisto

Sinebrychoff Park

Sinebrychoff Park

Roobertinkatu - Design District.

Roobertinkatu - Design District.

In der Roobertinkatu wuchs Linus Torvalds auf. Man sieht der Strasse nicht an, dass hier eine IT-Revolution ihren Anfang nahm…

Auslaufendes Kreuzfahrtschiff

Auslaufendes Kreuzfahrtschiff hinter Mini-Inseln

Einkaufsstrasse Aleksandrinkatu

Einkaufsstrasse Aleksandrinkatu

Mein erster Eindruck ist sehr positiv. Helsinki scheint mir recht sympathisch zu sein. Es war kein Fehler, hierher zu kommen.

Finnland

Den Urlaub angetreten.

Mittags in Helsinki angekommen.

Vom Flughafen abgeholt worden.

Gefuttert.

Eingekauft.

Tolle, fiese Kunst gesehen.

Gemütlich im Garten gesessen und Kaffee getrunken.

Knapp von einem herunterfallenden Ast verfehlt worden.

Spaziergang absolviert.

Entspannt. ;-)

Einkaufen - Alles klar?

Einkaufen - Alles klar?

Holzhaus

Wohnen im Holzhaus

Nachbarschaft 1

Nachbarschaft 1

Nachbarschaft 2

Nachbarschaft 2

Berlin auf den Punkt gebracht

Ach Berlin…

Eine Hassliebe. Die Stadt ist einfach extrem anstrengend. Woanders lebt es sich einfacher. Gemütlicher. Aber eben auch langweiliger und weniger anregend. Hier gibt es interessante Leute und spannende Veranstaltungen, die ich nicht missen möchte. Berlin geht mir extrem auf den Zeiger, aber ich will nirgends anders leben. Mit diesem Zwiespalt lebe ich nun seit über 25 Jahren.

Nun ist eine dicht bebaute Stadt mit über 3,5 Millionen Einwohnern verständlicherweise kein Dorf. Und dass alte und marode Dinge (von denen es hier viel gab und gibt) erneuert werden müssen ist auch klar. Aber es gibt hier so eine Art…

  • Bauarbeiten dauern hier 2-3 mal so lange, wie in anderen Städten.
  • Wir fangen erst mal an – und lassen dann alles für 3-9 Monate rumliegen.
  • Die Qualität ist schlecht. Was gebaut wurde muss nach 5-8 Jahren wieder renoviert werden.
  • Wenn eine wichtige Strasse saniert wird, ist stets sichergestellt, dass jede halbwegs sinnvolle Ausweichroute ebenfalls mit Bauarbeiten blockiert wird.
  • Idealerweise wird dazu auch noch die dazu parallel laufende S-, U- oder Strassenbahnstrecke gesperrt.
  • Zudem wird extrem viel dummes Zeug gebaut, was keiner braucht, aber Riesensummen verschlingt und für jahrelanges Chaos sorgt. Eine Veranstaltungshalle nach der anderen, das hässliche Stadtschloss, die U5 Unter den Linden, gerade nachdem der Boulevard fertig saniert war…

Als vor ein paar Jahren ein neuer Slogan für das Stadtmarketing gesucht wurde, hatte jemand recht treffend vorgeschlagen:

“Berlin. Wir können alles – aber nichts richtig”

Das scheint aber tatsächlich primär eine Mentalitätsfrage zu sein. Denn bereits in den 20er Jahren schrieb Ernst Bloch

“Berlin ist nicht, Berlin wird immer nur.”

Wer nach Berlin kommt, sollte sich jedenfalls auch im Jahre 24 nach der Wende noch immer darauf einstellen, dass gefühlte 50% der Stadt Provisorium, blockiert oder Baustelle sind. Das wird sicherlich in den nächsten 25 Jahren auch nicht anders werden. Genau auf den Punkt bringt es dieses Verkehrsschild:

Berlin - auf den Punkt

Berlin - auf den Punkt

Vermutlich ist der Stuss der zuständigen Behörde nicht mal aufgefallen…

Das heisse Wochende genutzt – aufgeräumt

Brüllend heisses Wochenende. Ich kann mich nur im Schneckentempo bewegen. Im Schatten. In der Sonne fast gar nicht. Als ich kurz einkaufen war, fühlte sich der Wind an, als ob mir jemand einen Fön vor das Gesicht hält. Bei so einem Wetter macht man “something close to nothing”, wie es Prince in einem Song mal ausdrückte.

Aber ganz gar nichts kann ich auch nicht. Also habe ich beschlossen, nach fünf Jahren endlich mal so richtig aufzuräumen. Und zwar meinen iMac. Der war mittlerweile derart langsam geworden, dass das Arbeiten ätzend wurde. Stundenlanges rumrödeln auf der Festplatte, alle Programme hakten und wurden immer zickiger. Ich hatte in den Jahren einfach unglaublich viel Software ausprobiert, wieder de-installiert und damit das System so richtig zugemüllt. Die ständigen Updates sind sicherlich auch nicht immer förderlich.

Schön, aber träge

Der iMac von 2008 (mit dem Alu-Gehäuse) ist mein erster Apple Rechner. Seit den seeligen Zeiten des Apple ][ und erst recht seit ich 1984 auf der CeBIT (damals noch als Teil der Hannover Messe) den ersten Mac sah, wollte ich immer einen Rechner von den Jungs aus Cuppertino haben, konnte ihn mir aber nie leisten. Für dieses Gerät hat sich der höhere Preis aber tatsächlich bezahlt gemacht. Früher ist keiner meiner Computer so alt geworden. Spätestens nach 2-3 Jahren hatte ich den Nachfolger. Aber dieser Rechner gefällt mir tatsächlich noch immer und eigentlich sind auch Prozessor, RAM und Festplatte noch ausreichend für die Standardaufgaben. Also mal sehen, was man noch rausholen kann.

Es hat einen kompletten Tag gedauert die Daten zu sichern, die Festplatte zu formatieren, das Betriebssystem neu aufzuspielen, alle Updates zu installieren, alle Programme, die ich wirklich noch benutze neu zu installieren und einzurichten, die Fotosammlung, die iTunes Bibliothek und den ganzen Rest wieder aufzuspielen.

Es wirkt!

Das Ergebnis ist wirklich verblüffend. Alles fühlt sich wieder geschmeidig an, von der Festplatte ist nichts mehr zu hören und ich habe so nebenbei ziemlich viel Datenmüll entsorgt. Klasse! Ich hoffe, dass ich so noch ein paar Jahre über die Runden komme.

Ich mag gutes Design und qualitativ hochwertige Werkzeuge. Das habe ich mir damals geleistet und bin sehr zufrieden. Aber ich bin kein Fanboy. Die Geschäftspolitik von Apple finde ich gelinde gesagt zum Abgewöhnen. Der Weg, den Apple mit der Weiterentwicklung von OS/X eingeschlagen hat, gefällt mir nicht. Mit ziemlicher Sicherheit wird mein nächster Rechner nur noch mit Linux betrieben werden. Wie gesagt – ich mag gutes Design und hochwertige Werkzeuge…

Der Blick zurück nach vorn – die Zukunft des Retrocomputing

Am letzten Dienstag fand die abschliessende Veranstaltung aus der Vortragsreihe Shift – Restore – Escape an der Humboldt Universität in Berlin statt.

Während des Semesters gab es viele interessante Vorträge auf hohem Niveau zu hören, von denen ich ja auch hin und wieder berichtet hatte. Der Schwerpunkt der Vorträge lag auf technischen Gebiet. Dabei wurden häufig Dinge auf 30 Jahre alten Maschinen gezeigt, die seinerzeit nicht für möglich gehalten wurden. Antrieb für die Projekte war meist ein wenig Nostalgie, sportlicher Ehrgeiz oder die Suche nach Erkenntnisgewinn, der sich mit der überschaubaren Technik leichter einstellt als mit aktueller Technik. Die damit verbundenen philosophischen Fragen wurden zwar angesprochen, gaben aber eher den Hintergrund ab. Bei der Abschlussveranstaltung war es aber genau andersherum.

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Vor voll besetzten Rängen gab es eine Diskussionsrunde mit interssanten Gästen, die jeweils einen eigenen Schwerpunkt haben und daher eine eigene Sichtweise auf das Thema einbrachten.

Auf dem Foto sind zu sehen (von links nach rechts): Andreas Paul vom Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V., Thiemo Eddiks, Initiator des Oldenburger Computer-Museums, Andreas Lange vom Computerspielemuseum Berlin, Enno Coners vom CSW-Verlag und Dr. Stefan Höltgen vom Institut für Musik­wissen­schaft und Medien­wissen­schaft der Humboldt Universität.

Das Publikum war ebenfalls hochrangig besetzt. In die Diskussion brachten sich unter anderem ein: Dr. Ralf Bülow (ehem. wissenschaftlicher Berater beim Computermuseum Kiel), René Meyer (vom Leipziger Haus der Computerspiele) und Eva Kudrass (wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Computerausstellung des Deutschen Technikmuseums Berlin).

Ausgangsthese: Retrocomputing gibt es eigentlich gar nicht

Die zentrale These, die Stefan Höltgen mit der Reihe zu belegen versuchte ist, dass es im eigentlichen Sinne kein Retrocomputing gibt. Sobald man die Maschine einschaltet und nutzt, ist man mit dem Rechner im Hier und Jetzt, was eindrucksvoll durch den SymOS Vortrag (Ist das noch Retro? SymbOS auf Z80 Rechnern) von Jörn Mika verdeutlicht wurde.

Diese Sichtweise hat natürlich starken Einfluss auf die Art, wie alternde Computertechnik für die Nachwelt aufbewahrt werden soll. Etwas überspitzt formuliert:

Ein Computer, der nur da steht und nicht genutzt wird, ist kein Computer, sondern Elektroschrott.

Ziel muss es daher sein, alte Computer nicht in die Vitrine zu stellen, sondern weiterhin in Betrieb zu halten. Dementsprechend ist ein „wahres Computermuseum“ nur eines, dass die Rechner funktionstüchtig erhält. Das Oldenburger Computermuseum ist strenger Verfechter dieser Haltung.

Funktionsfähigkeit erhalten – aber wie?

Das Berliner Computerspielemuseum würde das auch gerne tun, was aber bei ca. 70.000 Besuchern im Jahr nicht geht, weil die Geräte sonst schnell verschleissen. Man behilft sich daher zum Teil mit Emulationen, was in Ordnung ist, weil es hier weniger um die Hardware, sondern um das Spiel als solches geht.

Den starken Verschleiss eines Museums haben private Aktive zwar nicht zu befürchten, aber dennoch gehen immer mehr Maschinen kaputt. Der Verein zur Erhalt klassischer Computer hält daher Reparaturen mit aktuellen Bauteilen (z.B. auf FPGA Basis) für ein notwendiges Übel, aber vertretbar.

Ein besonderes Problem hat das Deutsche Technikmuseum mit seiner Zuse-Sammlung. Neben den fehlenden finanziellen Mitteln für Live-Vorführungen fehlen mittlerweile auch die Fachleute, die das nötige Know-How für die Maschinen aus den 50er und 60er Jahren haben. Zudem – welche Software soll man überhaupt demonstrieren?

Ein Vertreter aus dem Publikum vertrat die Ansicht, dass Emulatoren die sinnvollste Art sind, alte Software am Laufen zu halten. Anderen fehlt die Haptik (Originaltastaturen, Röhrenmonitore, ratternde Diskettenlaufwerke) oder der richtige Kontext. Man kann zwar alte Spielhallenautomaten auf PC emulieren, aber die Originalmaschinen hatten nicht nur besondere Hardware, sondern standen in der Öffentlichkeit im Bahnhof, in Kinos und Kneipen. Nur vor diesem Hintergrund kann man den Sinn der Highscore Listen und die Besonderheiten des Spieldesigns richtig verstehen.

Der Gesetzgeber als Problemverursacher

Neben den technischen und philosophischen Problemen gibt es eine Reihe weiterer Schwierigkeiten, die durch höchst problematische Gesetzgebung verursacht werden. Als Beispiele seien genannt: Urheberrecht und Jugendschutz.

Bei der Hardware geht man von einer Haltbarkeit von 40-50 Jahren aus. Im Bereich der Software besteht jedoch bereits jetzt dringender Handlungsbedarf. Die meist magnetischen Datenträger verrotten nämlich schon. Dieser Zerfallsprozess kann nicht aufgehalten werden, daher müssen die Daten umkopiert werden um sie zu retten, was aber aus mehreren Gründen eigentlich verboten ist.

Die überlangen Schutzfristen im Urheberrecht passen nicht zu dem extrem schnellebigen Computermarkt. Streng genommen dürften die Daten erst dann durch umkopieren gerettet werden, wenn garantiert kein Originaldatenträger mehr lesbar ist.

Zwar ist das Umkopieren gestattet, wenn ein Originaldatenträger vorhanden ist, aber nicht, falls ein Kopierschutz – wie leicht auch immer zu umgehen – auf dem Datenträger angebracht ist. Das ist bei Spielen eigentlich immer der Fall.

Es gibt gerade im Softwarebereich einen großen Anteil an verwaisten Werken. Das sind Titel, deren Rechteinhaber schon seit längerem nicht mehr bestehen. Auch diese Werke unterliegen unsinnigerweise noch immer dem Urheberschutz.

Weiterhin gibt es das Problem der gesetzlichen Altersfreigabe von Spielen. Wenn keine vorhanden ist, darf das Spiel nur Menschen ab 18 Jahren zugänglich gemacht werden. Die alten Heimcomputerspiele haben alle keine Altersfreigabe, weil es so etwas damals noch nicht gab. Daher ist der gewollte Bildungsauftrag, Kindern und Jugendlichen die geschichtlichen Ursprünge näherzubringen, eigentlich gesetzlich untersagt.

Was lehrt uns das?

Die Bewahrung des Kulturgutes Computer aus historischen Gründen ist dringend geboten, weil bereits jetzt viel Hardware, Software und Know-How unwiederbringlich verlorengeht. Neben den finanziellen und technischen Herausforderungen ist hier auch der Gesetzgeber gefordert, unsinnige und schädliche Vorschriften zu entschärfen oder besser ganz zu streichen.

Statements
Zum Schluss möchte ich noch einige Statements des Abends zum Besten geben:

„Der Computer ist kein geschichtliches Artefakt, wenn man ihn benutzt“

„Auch eine Ausstellung ist ein Medium.“

„Digital ist flüssig. Alles ist veränderbar. Es gibt kein Original, sondern nur Kopien.“

„Selbst wenn Barockmusik auf Originalinstrumenten gespielt wird, ist das Erlebnis aufgrund des anderen Kontexts und der eigenen Hörgewohnheiten ein anderes als damals“

2 Tage down

Ich habe gerade gesehen, dass mein Webserver 2 Tage down war. Mist!
Daran nerven mich zwei Dinge:

1. ist das ungefähr schon 20 mal passiert. Ich weiss nicht, weshalb der Apache derart wackelig ist.

2. Scheinbar hat der Hoster darauf kein Monitoring laufen, weil ich niemals über Probleme informiert werde, sondern immer durch Zufall darauf komme. Ich schaue ja nicht dreimal am Tag meine Website an.

3. Könnte man das durch ein Skript, welches den Dienst automatisch neu startet noch vereinfachen, aber was verlange ich da…

Okay, ich bezahle vergleichsweise schmales Geld für die Kiste und mein Wohlergehen hängt nicht von meinem privaten Blog ab, aber so ein Servermonitoring ist heute eigentlich Standard und frisst kein Brot.

Genau sowas ist eben der Unterschied zwischen einem echten Hoster und einem Spielzeugprovider.

*grummel*

Chill!!!

Endlich: Wochenende, gutes Wetter und (etwas) Zeit. Schade, dass schon das halbe Jahr rum ist – aber werden wir mal nicht pingelig. Zwei Stunden Sonnenbad, offen Cabrio fahren, abends am Strand chillen, Freunde treffen.

Was will man mehr?

Abends im Strandbad Weissensee hatte man überhaupt nicht das Gefühl, in der Stadt zu sein – schon gar nicht gerade 5 KM vom Alexanderplatz entfernt. Superschöne Stimmung!

Abendstimmung am Weissensee

Abendstimmung am Weissensee

Abendstimmung

Abendstimmung

Brauchst’n Rechner? Bau ihn doch einfach schnell selber…

Auch in dieser Woche gab es wieder einen hervorragenden Vortrag aus der Reihe Shift-Restore-Escape an der Humboldt Universität. Nachdem die bisherigen technischen Vorträge stets davon handelten, neue Software auf bekannter alter Hardware zum Laufen zu bringen, ging es diesmal ans Eingemachte. Das Thema des Abends lautete

Mit Lötkolben, Wire-Wrap-Pistole und Assembler – Z80 Selbstbaurechner

Prof. Dr. Bernd Ulmann – Spitzname “Vaxman” – ist eigentlich für den Umgang mit richtig grossen Geräten bekannt. Er sammelt alte VAX Rechner von Digital Equipment. Dennoch hatte er Lust “schnell mal eben” einen kleinen Z80 Rechner selbst zu bauen. Gesagt, getan. Das Projekt hat er auf seiner Homepage unter http://www.vaxman.de/projects/tiny_z80/ ausführlich dokumentiert, so dass ich mir hier Details spare.

Die naheliegende Frage “Warum macht man sowas?” beantwortete er gleich am Anfang augenzwinkernd mit “wegen einer kleinen Midlife-Crisis” und weil man an solch einfachen Systemen den heutigen Studenten die Grundfunktion von Rechnern gut erklären kann.

Die Idee - Handskizze

Die Idee - Handskizze

Das Ergebnis der Arbeit ist ein Einplatinenrechner, der per serieller Schnittstelle an andere Rechner angeschlossen wird. Er ist mit einem Mini-Betriebssystem, einem Monitorprogramm, einem Forth-Interpreter und experimentiell mit einem kleinen Basic Interpreter ausgestattet. Die weitaus meiste Arbeit steckt in dem Massenspeicher in Form eines CF-Karten Laufwerkes.

Hardware Revision 1

Hardware Revision 1

Mitten während der Entwicklung entdeckte Ulmann, dass mit dem N8VEM bereits ein vergleichbares Projekt existierte. Er hatte in der Veranstaltung sowohl den N8VEM, als auch die zweite Revision seines eigenen Rechners dabei, der mit einer deutlich kleineren Platine auskommt und mich ein wenig an den seeligen Sinclair ZX81 einnerte, der aus nur vier Chips bestand.

N8VEM

N8VEM

Hardware Revision 2

Hardware Revision 2

Die abschliessende Live Präsentation wurde mit einer Aufgabe durchgeführt, die in den 80er Jahren sehr populär war: Der Berechnung einer Mandelbrot-Menge. Einmal in Basic und einmal in Assembler. Ein- und Ausgabe erfolgten dabei in ASCII Code auf dem Terminalprogramm eines aktuellen Apple Laptops.

Live Demo

Live Demo

 

 

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