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Weihnachten 2013 – Impressionen

…so, geschafft. Weihnachten ist so gut wie vorbei. Es gab Sturm und Regen, viele umgeknickte Bäume, eine abgedeckte und eine zusammengefallene Scheune. Aber auch Spaziergänge in der Sonne und im stimmungsvollen Nebel. Hier ein paar Impressionen:

Schietwetter auf der Autobahn

Schietwetter auf der Autobahn

Salzwasser und Sonnenschein

Salzwasser und Sonnenschein

Nebel über dem See

Nebel über dem See

Windschiefe Scheune ohne Sturmschaden

Windschiefe Scheune ohne Sturmschaden

Nachmittagsnebel über der Förde

Nachmittagsnebel über der Förde

Gegen den digitalen Strich gebürstet

Neulich traf ich mich mit zwei ehemaligen Kommilitonen mit denen ich eCommerce studiert hatte. Nachdem wir uns über dies und das unterhalten hatten, kamen wir auf das Thema Bitcoins zu sprechen. Mir selbst ist das System aus den verschiedensten Gründen ja noch immer etwas suspekt und H. hatte auch noch keine Erfahrung damit.

Von knappen digitalen Gütern

J. hat das System dagegen schon für kleine Dinge in Benutzung um Erfahrungen zu sammeln. Er hatte seinerzeit seine Diplomarbeit der Ökonomie knapper digitaler Güter gewidmet. Die Themenwahl fand ich damals ziemlich grotesk, da sich die digitale Ökonomie ja gerade dadurch von der stofflichen unterscheidet, dass die Güter NICHT knapp sind. Sie lassen sich ohne nennenswerten Aufwand beliebig häufig kopieren und alle Kopien sind identisch. Streng genommen gibt es in der digitalen Welt überhaupt nur Kopien und keine eigentlichen Originale.

Die ganzen Spannungen zwischen der alten stofflich gebundenen und der digitalen Wirtschaft kommt m.E. genau daher, dass diese Besonderheit nicht in ihren Konsequenzen verstanden und akzeptiert wird. Stattdessen werden mit zunehmendem Aufwand Mechanismen etabliert, um die Vorteile digitaler Güter kaputtzumachen. Beispiele dafür sind Kopierschutz, Regionalsperren, blockieren bestimmter Dienste in Mobilfunknetzen, künstlich beschnittener Funktionsumfang von Endgeräten und so weiter.

Anstatt eine neue Ökonomie um die neuen Eigenschaften herum zu etablieren, wird lieber der Grundcharakter der Digitalwirtschaft pervertiert und verdreht, damit die alten Denkmuster und Machtmechanismen weiter funktionieren. Ich konnte und wollte nicht verhehlen, dass ich das für reichlich schwachsinnig halte und denke, dass damit enorme Chancen verschenkt werden.

Aber nun kam unsere Diskussion richtig in Fahrt…

Von künstlicher Knappheit und anderem Schwachsinn

Wenn man also Produkte und Dienstleistungen darauf aufbauen kann, prinzipiell vorhandene Vorteile mutwillig zu zerstören, kann man das doch konsequent zu Ende denken. Möglicherweise findet ja auch demnächst eine Umkehrung der seit Jahren grassierenden “alle-alles-jederzeit-online-Euphorie” statt – wer weiss…

Das besondere des Internets ist, dass man (theoretisch) jederzeit von überall auf alles zugreifen kann. Nach der obigen verqueren gegen-den-Strich-Logik müsste man also Dienste daraus generieren, die Internet-immanenten “24/7 everywhere” Eigenschaft zu brechen und in ihr Gegenteil zu verkehren. Beispiele dafür wären:

  • Dienste nur zu bestimmten Uhrzeiten anbieten
  • Informationen nur dann herauszurücken, wenn der Nutzer physisch wirklich vor Ort ist.
  • Zugriff nur dann zu gewähren, wenn man NICHT online ist
  • Bestimmte Geräte oder Zugangswege von der Nutzung auszuschließen

Wie ich finde, ein sehr interessanter Ansatz, auf dem man sicherlich einige interessante neue Dienste entwickeln kann.

Spannenderweise bin ich heute auf einige Ansätze hierzu aufmerksam geworden, die auf dem 30C3 (30. Chaos Communication Congress) vorgestellt werden. Der Kongress findet vom 27.12 – 30.12 in Hamburg statt und neben einer 100GBit Anbindung, einem eigenen Telefon und GSM Mobilfunknetz soll nun erstmals auch ein pneumatisches Rohrpostsystem installiert werden.

Ich bin schon gespannt…

79. Webmontag Berlin – Die Lehren aus einem Shop Relaunch

Am Abend des 16.12. fand in Berlin der 79. Webmontag statt. Gastgeber war dieses Mal DaWanda, die von den Erfahrungen mit dem vorweihnachtlichen Relaunch berichteten. Man lud nicht etwa in die Büros ein, sondern in einen kleinen, nett durchgestylten Laden in der Windscheidtstr. in Charlottenburg. Wer mit dem Angebot des Shoppingportals nicht vertraut war, bekam so einen hervorragenden ersten Eindruck.

DaWanda Snuggery

DaWanda Snuggery


Ganz kleines Kino bei DaWanda

Sorry, ein bischen kalauern muss sein. Die Vorträge fanden nämlich nicht im Laden statt, sondern in einem winzigen, alten Kino dahinter. Auf dem Weg dorthin wurden die Gäste mit Glühwein versorgt und dann ging es auch bald los.

Kino bei DaWanda

Kino bei DaWanda

Nach einer kurzen Einführung zur immerhin schon siebenjährigen Firmengeschichte kamen drei gute Vorträge zu dem Themen Shopsoftware, Frontend Design und Frontendprogrammierung. Man ging nicht allzu tief in die Details, aber das warum, wie und die Learnings wurden gut vermittelt.

Für den Relaunch gabe es mehrere Gründe. Die bisherige Plattform war langsam und den Lastanforderungen in Spitzenzeiten im Weihnachtsgeschäft nicht mehr gewachsen und musste ersetzt werden. Im Frontendbereich sollte der zunehmenden Bedeutung von Tablets und Handys durch responsive Design Rechnung getragen werden.

Die Steigerung der Performance wurde teilweise durch Weglassen erreicht. Im Frontenddesign wurden Features entfernt und im Backend liebgewonnene, aber performancefressende Elemente, wie Objekt-Relational-Mapping ersetzt. Das Frontend ist zudem Read-Only geworden, weil Schreibzugriffe immer “teuer” sind. Diese Herangehensweise fand ich extrem klasse, da ich ja ein bekennender Fan möglichst schlichter Lösungen bin. Der Erfolg spricht auch für sich: Die Seiten laden jetzt in einem Drittel der Zeit, es konnten etliche Application Server eingespart werden und man hat Lasttechnisch dennoch sehr viel mehr Luft nach oben.

Auch im Frontendbereich wurde optimiert. Features neu bewertet, das Erscheinungsbild aufgefrischt und als wichtigster Punkt responsive Design eingeführt, damit Seiten auf grossen und kleinen Desktops, Tablets und Handies funktionieren und gut aussehen. Dazu wurden sieben Breakpoints definiert, die Bedienung Touchdisplay-fähig gemacht.

Die Mühen scheinen sich gelohnt zu haben: die Conversion Rate hat sich positiv entwickelt. Auf meine Nachfrage nach der Präsentation, wie sich die Änderung im Handybereich ausgewirkt haben, erzählte mir Heike Funk (Senior Product Manager), dass sich hier die Conversion Rate sogar deutlicher als in den anderen Bereichen erhöht habe. Offensichtlich sind die Nutzer gegenüber langen Ladezeiten auf Handys wesentlich toleranter, als auf normalen Rechnern.

Zum Abschluss gab es noch einen Vortrag über die Stolperfallen in der Javascript-Programmierung (Touch-Events, Mischung von Jquery und normalem Javascript, Browser-Besonderheiten).

Die Vortragenden wirkten sehr kompetent und sympathisch und liessen bei jeder Gelegenheit durchblicken “we’re hiring”.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend in nettem Ambiente.

Der Nussknacker

Passend zur Adventszeit war ich gestern mit Freunden in der Deutschen Oper und habe den Nussknacker von Tschaikowski gehört und gesehen – zum ersten mal. Ich kannte zwar sehr viele Teile der Nussknacker Suite, habe das Werk aber noch nie zusammenhängend gehört und auch noch nie das Ballett gesehen.

Auch in der Deutschen Oper bin ich noch nie gewesen. Das Gebäude in der Charlottenburger Bismarckstr. strahlt ja eine ziemliche gestalterische Schlichtheit aus. Man könnte es auch als öde Waschbetonkiste beschreiben.

Im krassesten Gegensatz dazu stand die Inszenierung. Ein sehr üppiges und farbenfrohes Bühnenbild wurde von den oppulenten und in unglaublich knalligen Farben gehaltenen Kostümen getoppt. Immer wenn man dachte, dass es noch kitschiger nicht ginge, wurde noch mal nachgelegt, bist zum Schluss ein Goldregen über das aus mindestens 50 Tänzerinnen und Tänzer bestehende Ensemble niederging.

*puh*

Die Musik wurde routiniert gespielt und das Staatsballett machte auf mich Laien einen recht passablen Eindruck. Lediglich die dramatische Steigerung der Musik während des Pas-de-deux erschloss sich mir nicht. Was ich sah, war etwas anderes als ich hörte.

Aber ich will nicht kleinlich sein: Das war nur eine kurze Ungereimtheit. Die Vorstellung war schön und wirklich unglaublich kitschig, bunt und zuckersüss. Passt also richtig in die Adventszeit ;-)

Versionsmanagement mit Git

Denselben Effekt hat man aber auch mit Subversion oder ähnlichen Systemen.

Wieder mal ein Treffer von XKCD. Bin eben vor Lachen fast vom Stuhl gerollt. Schade, dass das nur Entwickler richtig verstehen…

Oxid Usergroup Berlin am 19.11.

Am letzten Dienstagabend fand nach längerer Pause wieder einmal das Treffen der Oxid Usergroup Berlin statt.

Die Veranstaltung fand ab 18:00 in den Räumen von SysEleven in Kreuzberg statt. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es gleich sehr technisch zur Sache. Felix Gilcher von Asquera startete mit einem Vortrag über den Suchindex Elasticsearch. Er begann mit einem Überblick über die Architektur (Clusterserver, Shards, Indizes, Documents…) und die grundlegende Benutzung per JSON Calls mit Indexern, Analyzern und Filtern.

eCommerce im Umspannwerk

eCommerce im Umspannwerk

Josha Krug von der Agentur Marmalade ergänzte das Thema mit den Erkenntnissen, die beim Einsatz von Elasticsearch bei einem Online Buchhändler gewonnen wurden. Es wird dort nicht nur für die Suche, sondern auch für das Ausspielen der Kategorieseiten genutzt.

Im Verlauf der Diskussion wurde als weiterer möglicher Einsatzzweck System- und Eventlogging besprochen. Dafür gibt es mit Kibana und Logstash auch bereits gute Frontends.

Es folgte ein etwas weniger technischer Teil. Ein Shopbetreiber fragte in die Runde nach Erfahrungen bei der Auswahl geeigneter ERP Systeme. Es wurde auf die hohe Anzahl an Spezialanbietern (z.B. jewils unterschiedliche Systeme für Tischler und Zimmerleute) hingewiesen und auch das Thema Cloud ERP mit Vorteilen beim Dropshipping wurde angerissen.

Im Abschluss wurde es wiederum sehr technisch. Daniel Niedergesäß von SysEleven führte anhand von OXID 4.7 CE vor, welch großer Performancegewinn sich durch den Einsatz von Facebooks HipHop Virtual Machine erzielen lässt. Mit HipHop compiliert man aus einer PHP Applikation samt PHP selbst und den notwendigen Libs eine Binärcode Anwendung.

Da HipHop aber noch nicht den vollständigen Sprachumfang von PHP unterstützt und an einigen wichtigen Stellen, wie der Sessionverwaltung von Standardverhalten abweicht, sind leider einige recht tiefe Eingriffe in den Core von Oxid, der vollständige Verzicht auf verschlüsselten Code und recht speziell eingerichtete Server nötig, um den Shop zum Laufen zu bekommen.

Für den Produktiveinsatz ist solch ein System daher leider noch nicht geeignet, aber es zeigt auf, welches Potential hier vorhanden ist.

Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung um 21:00 ließen einige Teilnehmer den Abend noch gemeinsam in einer Gaststätte ausklingen.

Vom abnehmenden Grenznutzen der fortschreitenden Digitalisierung

Ich bin wahrlich kein Technikgegner, sondern habe mich stets für die neuesten Dinge interessiert. Als seinerzeit die Heimcomputer auf den Markt kamen, war ich mit Feuer und Flamme dabei. Etwas später habe ich meinen PC per Modem mit Mailboxen verbunden und ein Internetanschluss musste her, sobald ich irgendwie dran kam; Mein erstes Mobiltelefon hatte ich schon 1993 und Smartphones hatte ich schon, als Apple noch gar nicht an sowas gedacht hatte.

Nur – damals war das alles neu und spannend und hat haufenweise neue Möglichkeiten eröffnet.

Heutzutage sind wir derartig viel mit elektronischem Zeug umgeben, dass sich bei mir schon seit längerem Langeweile eingestellt hat. Aus Langeweile wurde Skepsis und in letzer Zeit immer mehr Abneigung. Ich habe weder Lust auf Smartwatches, noch auf Smarthomes oder sonstigen Smart-Ass-Gadgets. Ich will auch kein Auto haben, was halb- oder vollautomatisch fährt. Der Gedanke, in jedes erdenkliche Ding einen Internetanschluss einzubauen um alle Dinge und alle Daten miteinander zu vernetzen finde ich gelinde gesagt widerlich und abstossend und überhaupt nicht mehr smart.

Behaltet euren Smart-Scheiss

Als ich diese Veränderung an mir bemerkte, dachte ich zunächst nur “Klar – ich werde eben alt”. Das stimmt zwar, ist aber nicht die richtige Erklärung, wie mir nach einigem Nachdenken klar wurde. Ganz alleine bin ich mit dieser Haltung nämlich nicht, wie ich persönlichen Gesprächen und zunehmend auch aus diversen Veröffentlichungen entnehme.

Das “Internet der Dinge” steht vor der Tür – aber die Nachfrage kommt nicht recht in Schwung (Internet der Dinge: Killer App verzweifelt gesucht), die Reaktionen auf die neuen, sogenannten Smartphones sind ziemlich flau und Martin Weigert wünscht sich mit gutem Grund ein Telefon, dass weniger smart ist, als die neuesten Android Modelle (Warum ich ein dummes iOS einem smarten Android vorziehe), ist für meinen Geschmack dabei aber noch nicht konsequent genug.

Diese Gefühle kann man gut mit handfesten Argumenten, wie zunemender Entmündigung, Überwachung, Verlust überlieferter Kulturtechniken und zusammenbruch von Institutionen begründen und liegt damit sicherlich nicht ganz falsch.

Aber interessanterweise kann man das auch mit zwei Wirtschaftstheorien untermauern: Der Theorie vom abnehmenden Grenznutzen und der Produktzyklentheorie.

Der abnehmende Grenznutzen

Die Theorie vom abnehmenden Grenznutzen besagt, dass der Nutzenzuwachs durch eine zusätzliche Einheit eines Gutes geringer wird, je mehr von diesem Gut bereits vorhanden ist. Dies kann sogar soweit gehen, dass noch mehr von diesem Gut schädlich ist. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht das:

Eine Bratwurst hilft gegen Hungergefühl und schmeckt gut. Die zweite macht noch satt und spätestens nach der fünften wird einem schlecht. Und wir haben schon ziemlich viele digitale Bratwürste…

Der Produktlebenszyklus

Das grundlegende Modell des Produktlebenszylus beschreibt Wachstums- und Sättigungsprozesse eines Produktes und bricht die Nachfrage in verschiedene Phasen auf:

  • Einführungsphase
    Erste Anwender interessieren sich für das neue Produkt und sorgen für steigende Bekanntheit und Nachfrage
  • Wachstumsphase
    Die breite Masse entdeckt die Vorzüge des Produktes und möchte es nun auch einsetzen
  • Reifephase
    Der Erfolg sorgt für Nachahmer. Das Marktvolumen steigt, der Deckungsbeitrag sinkt
  • Sättigungsphase
    Der Markt ist gesättigt. Die Hersteller versuchen, die Nachfrage durch zunehmende Produktvielfalt am Laufen zu halten.
  • Degenerationsphase
    Die Nachfrage schrumpft, Preise, Umsatz und Gewinn sinken. Konkurrierende Anbieter verschwinden vom Markt.
  • Nachlaufphase
    Mit dem Produkt kann kein Gewinn mehr erwirtschaftet werden. Die Folgen sind Auslagerung, Vertrieb mit Verbundprodukten Einstellung des Vertriebs.

Interessanterweise lässt sich diese Theorie nicht nur auf ein einzelnes Produkt, sondern auch auf Produktgruppen und sogar ganze Märkte anwenden. Während meines Studiums der Stadt- und Regionalplanung habe ich an einem Verkehrswesenseminar bei Prof. Dr. Heinze teilgenommen. Dieser hat den Produktlebenszyklus auf Verkehrssysteme angewendet und seinerzeit den nahenden Rückgang der Bedeutung des Autoverkehrs prognostiziert. Während des Autobooms Anfang der 90er Jahre erschien das sehr gewagt, heute jedoch fängt der Trend an, spürbar zu werden.

Der Computermarkt ist meiner Meinung nach zur Zeit in der Sättigungsphase. Stückzahlen und Umsätze schrumpfen. Die anstehende Marktbereinigung soll durch immer fragwürdigere Ausdifferenzierungen verzögert werden, wie z.B. Smartphones in der Größe von Frühstücksbrettern, Smartwatches, Smart-TV und ähnliches belegen.

Es bleibt die Erkenntnis, dass jeder bereits massenhaft Technik in seinem Haushalt hat und sich durch neue Modelle kaum noch Zusatznutzen für die Konsumenten ergibt. Der Boom ist vorbei.

Smartwatch? Muhahaha…

Computer waren super spannend, als der Kram neu war. Für mich war klar – bin dabei.

Mobilfunk und Smartphones haben auch was. Spanned, also her damit.

MP3 statt Platte und CD – Oookay. Nice. Gekauft.

E-Books. Hmmm… Ausprobiert, weggelegt, vergessen.

Tablet? Liegt in der Ecke. Was soll ich denn mit so einem Krüppelcomputer?

Smartwatch? WTF…? Was für dümmliche, klobige und hässliche Geräte.
Meine Antwort darauf ist die Anschaffung eines Zeiteisens, schweizer Fabrikation. Kein Softwareupdate, kein Strom, kein Aufziehen.

Präzisionsmechanik. Automatik. Und schön!

Warum ich Mechanik schön und spannend finde? Da habe ich mal drei Videos rausgesucht:

Zum Einstieg: Nach welchem Prinzip funktioniert eigentlich eine mechanische Uhr?

 
Hier eine sehr schöne Automatik von Tissot. Diese habe ich übrigens nicht gekauft – aber angesehen. ;-)

 
Und hier noch ein sehr unkonventionelles Zeiteisen mit einer extravaganten Mechanik für den Preis eines gut ausgestatteten Mittelklasswagens.

Retrocomputing Nerd Level 45

Sich mit alten Computern auseinanderzusetzen – wie neulich bei der Classic Computing 2013 – hebt den eigenen Nerd Level. Allerdings nicht unbedingt viel. Für jemanden in meinem Alter sind Heimcomputern aus den 80er Jahren eher profan. Das war halt die eigene Jugend. Sozusagen der weisse Gürtel der Computer Nerds. Oder auch Level 1.

Nächstes Ziel: Nerd Level 2 – altes Eisen

Seit einige Zeit interessiere ich mich zunehmend für die Zeit davor, als man sich die Rechner noch nicht in die eigene Wohnung stellen konnte. Über die PDP-8 und PDP-11 Rechner von DEC (Digital Equipment Corporation) hatte ich ja auch schon etwas geschrieben. Ich kann mich noch an mein Schulpraktikum in den 80ern erinnern, das ich bei einem Großhandel in Hannover im Rechenzentrum machte. Da gab es eine Abteilung mit Datentypistinnen, Anwendungsentwicklern, Operatoren (so hiessen früher die Admins) – und natürlich die heiligen Hallen: Den klimatisierten, mit doppeltem Fussboden versehenen Raum, in dem die Rechner (Größe: Schrankwand), Festplatten (Größe: Waschmaschine) und Drucker (Größe: Kleiderschrank) standen. Ich glaube die Anlage war von Siemens und lief mit BS2000.

Die Technik war ursprünglich vom IBM System 370 abgeleitet, die wiederum ein Nachfolger der IBM System 360 war – dem ersten kommerziellen Allzweckcomputer von 1964, dem IBM seine jahrzehntelange Vormachtstellung auf dem Großrechnermarkt verdankt.

Während ich mich im Moment noch langsam an die Geschichte der Großrechenanlagen herantaste und dabei auch über andere interessante Hersteller wie Control Data und Cray stolpere, sind andere schon wieder viel weiter.

Nerd Level 45 – die eigene Cray 1A samt Software

Chris Fenton bekam Software von dem Supercomputer der frühen 70er Jahre in die Hand – einer Cray 1A. In seinem Blog beschreibt er in dem Artikel “Cray-1 Digital Archeology“, wie er Software als Quellcode von Microfilm und von einem 40 Jahre alten Magnetplattenstapel herunterholt.

Cray-1-deutsches-museum 

Cray 1 im Deutschen Technikmuseum in München

Das alleine wäre schon beeindruckend genug, aber was nützt die Software ohne den passenden Rechner? Eine Originalmaschine zu bekommen ist eher unwahrscheinlich. Es wurden weltweit nur 80 Stück verkauft. Zudem wäre der Betrieb recht umständlich – aufgrund von Größe und Gewicht (5,5 Tonnen), des Energievbrauchs (115 KW) und weil der Rechners, mit flüssigem Freon geflutet ist. Was also tun?

Chris Fenton las sich in die Systemarchitektur ein und stellte fest, dass man den Rechner heutzutage in einem großen FPGA nachbauen kann. Genau das tat er dann auch, wie man in seinem Blog-Artikel “Homebrew Cray-1A” nachlesen kann und steckte die Platine anschliessend in einen selbstgebastelten Nachbau des Rechnerghäuses im Massstab 1:10.

Ich bin einfach platt!

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